Schröpfmassage
Jeder, der schon einmal in einem Wellnesshotel genächtigt hat, bei einer Massage war oder eine Therme besucht hat, wird schon einmal von der Schröpfmassage gehört haben. Doch ohne jeglichen Anhaltspunkt ist es schwer, sich etwas darunter vorzustellen. Das Prinzip ist jedoch ganz einfach. Mithilfe des Schröpfens wird unter Verwendung von kleinen Gläsern ein Unterdruck erzeugt, der die Durchblutung fördert und sowohl bei physischen als auch psychischen Problemen Abhilfe schafft. Eine Jahrtausende lange Tradition über mehrere Kontinente hinweg bestätigt die Wirkungsweise der Methode. Doch auf welchen Ansichten basiert das Ganze und wie wird die Therapie durchgeführt?


Von Körpersäften und Energieflüssen - die Entwicklung der Schröpftherapie

Die Schröpftherapie gilt als eine der ältesten Behandlungsmethoden weltweit und wird schon seit mehreren Jahrtausenden angewandt. Bereits vor mehr als 5.000 Jahren soll das Schröpfen bereits Anwendung gefunden haben. Im antiken Griechenland galt die Methode sogar als medizinische Kunst. Lange Zeit ging man in Europa davon aus, dass durch den menschlichen Körper 5 Säfte fließen. Diese müssen stets im Gleichgewicht sein, andernfalls kommt es zu Erkrankungen. Mithilfe der Schröpfgläser wollte man diese Balance wiederherstellen. Die Ansichten im asiatischen Raum waren ähnlich. Man sprach dort von der Lehre der 5 Elemente, die ebenfalls von Körpersäften bzw. Lebensenergien handelt. Zum Erzeugen des Unterdrucks wurden unter anderem Kuhhörner genutzt, da es damals bekanntermaßen noch nicht die Möglichkeiten gab, glockenförmige Gläser zu fertigen.


Wellness für Körper und Geist

Bei der Schröpfmassage kommen die sogenannten Schröpfgläser zum Einsatz. Dabei handelt es sich um glockenförmige Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 6 cm. Sie werden erhitzt und über den vorher eingeölten Körper gezogen. Durch den Temperaturunterschied zwischen der im Glas enthaltenen Luft und der Umgebungsluft entsteht ein Unterdruck. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Unterdruck durch das Absaugen der Luft innerhalb der Glocken hervorgerufen wird. Er zieht die Haut nach oben und die Blutgefäße werden erweitert, was sich sehr angenehm anfühlt. Aufgrund dessen kann das Blut besser zirkulieren und sämtliche Zellen werden wieder ausreichend versorgt. Durch die Intensität des Unterdrucks kann es passieren, dass etwas Blut aus den Zellen austritt und blaue Flecken entstehen. Das stellt allerdings keinen Grund zur Sorge dar, denn damit gehen keinerlei Schmerzen einher.

Mithilfe der geförderten Durchblutung und dem Wärmeeinfluss können sogar tiefsitzende Verspannungen im Körper gelöst werden. Die Muskulatur wird gelockert und Schmerzen werden gelindert. Die Wärme bringt noch einen anderen positiven Effekt mit sich – sie wirkt sich auf die Psyche aus. Die warmen Gläser auf dem Rücken helfen dabei, sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig tief zu entspannen und den Alltag für einen Moment zu vergessen. Im Anschluss können klarere Gedanken gefasst und Probleme leichter bewältigt werden. Gerade wer sehr stressanfällig ist, kann vom Schröpfen enorm profitieren. Auch stressbedingte Kopfschmerz- und Migräneattacken oder auch Schlafstörungen können mit dieser Methode sehr gut behandelt werden.

Beim Schröpfen ist nicht nur die Förderung der Durchblutung von Bedeutung. Auch den Energielinien wird Beachtung geschenkt, wie man sie von der alten indischen Ayurveda kennt. Man geht davon aus, dass der Körper über bestimmte Energiepunkte und –bahnen verfügt. Die Energie selbst wird dabei wie eine Flüssigkeit angesehen, die durch den Körper strömt und ihn antreibt. Ist dieser Fluss blockiert, macht sich das am eigenen Wohlbefinden bemerkbar, beispielsweise in Form von Verspannungen. Um Abhilfe zu schaffen, werden die Schröpfgläser direkt auf die Energiepunkte aufgelegt und die Wärme sorgt dafür, der Fluss wieder in Bewegung kommt.


Die Schröpfmassage - altbewährt und effektiv

Verspannungen lösen und den Geist befreien – beides wird im Rahmen der Schröpftherapie vereint. Während die Muskulatur wieder vollständig durchblutet wird, werden aufgrund der wohltuenden Wärme und Atmosphäre auch psychische Blockaden gelöst. Schon vor Beginn der ersten medizinischen Forschungen schwuren die Menschen auf die Wirksamkeit des Schröpfens und deren Annahmen bestätigten sich in ganzer Linie.